Pädagogisches Konzept

Ziel des Waldorfkindergartens Ismaning ist die erzieherische Arbeit in den ersten sechs bis sieben Lebensjahren auf der Grundlage der Waldorfpädagogik. Diese orientiert sich an den entwicklungsphysiologischen sowie entwicklungspsychologischen Gegebenheiten der jeweiligen Altersstufe und berücksichtigt die individuellen Besonderheiten der Kinder. Dadurch trägt die Waldorfpädagogik zu einer nachhaltigen Gesundheit, Lern- und Leistungsfähigkeit bei. Die Kinder werden durch die unmittelbare Erfahrung, durch eigene Betätigung und Entdeckerfreude herausgefordert und dadurch in ihrer Selbstbildungsfähigkeit gestärkt.

Folgende Bildungsbereiche spielen eine wichtige Rolle:

Freies Spiel als Entwicklung fördernde Aktivität

Im Spiel wird dem Kind Gelegenheit gegeben, die täglichen Erfahrungen, die es in seiner Umgebung macht, aus eigenem Willen zu ergreifen und im nachahmenden Tun kreativ zu verarbeiten, zu üben und sich zu eigen zu machen. Traumatische Erlebnisse, Hemmungen, Aggressionen oder Ängste können abgebaut und in positive Kräfte umgewandelt werden.

Bewegungserziehung und -förderung

Kinder sind aktiv mit dem ganzen Körper und allen Sinnen. Fortwährende Bewegung stärkt die Fähigkeiten der Leibesbeherrschung und legt damit die wichtigsten Grundlagen für ein positives Körpergefühl, für gesunde Leibesbeherrschung und für eine ausdrucksstarke Seelenfähigkeit. Welt- und Selbsterfahrung erhalten hier ihr Fundament.

Sprachliche Bildung und Förderung

Nur mit der Sprache können wir das Gedachte ausdrücken, unsere Gefühle zum Ausdruck bringen, allen Dingen in der Welt einen Namen geben und miteinander ins Gespräch kommen. Dabei kommt es in erster Linie auf das menschliche Beziehungsverhältnis zwischen Sprechendem und Hörendem an. Das sprachliche und seelisch warme Verhältnis zwischen Kind und Erwachsenem bildet den Nährboden für eine gute und differenzierte Sprechweise.

Rhythmisch-musikalisch-künstlerische und handwerkliche Bildung und Erziehung

Rhythmisch-musikalisch-künstlerische Elemente durchziehen den Tagesablauf im Waldorfkindergarten. Der Rhythmus übt eine ordnende und stabilisierende Wirkung aus, sowohl auf die leibliche wie auch auf die seelisch-geistige Organisation des Kindes. Musik führt zu seelischer Harmonie und Ausgeglichenheit, fördert die kognitive Entwicklung, Bewegungsfreude und Vitalität, stärkt die Lebenssicherheit und festigt die Persönlichkeit.

Ethisch-moralischen Wertekompetenz

Die ethisch-moralische Erziehung ist ganz bewusst im Konzept der Waldorfpädagogik verankert. Ein Gefühl für das Gute, Schöne und Wahre wird ebenso veranlagt wie die Achtung vor anderen Menschen, Kulturen, Religionen und der Schöpfung.

Emotionalität und soziale Beziehungen

Bildungsfähigkeit, Verlässlichkeit, Sozialfähigkeit gehören zu den wichtigsten Grundwerten des Menschseins. Sozialfähig wird man, wenn man über ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und Sicherheit verfügt. Weiß sich das Kind in seinem Sein und Können anerkannt, entstehen Schaffenskraft, Mut und Selbstvertrauen, Initiativkraft und Lust etwas zu wagen. Das Kind kann sinnvoll auf Anforderungen reagieren und Schwierigkeiten meistern.

Grundlagen mathematisch-naturwissenschaftlicher Bildung

Handelnd lernen die Kinder die Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten ihrer Umwelt kennen. Die Zusammenhänge, die das Kind im Spiel, im Experimentieren mit dem Material und durch den Einsatz mit seinem ganzen Körper erlebt, verdichten sich zu einer noch unbewussten körperlich-kinästhetischen Intelligenz, und diese bildet die Grundlage für das exakte mathematisch-naturwissenschaftliche Denken und Verstehen im späteren Leben

Grundlagen für Medienkompetenz im Kindergarten

Eine wirkliche Medienkompetenz entsteht nicht durch Mediennutzung in der frühen Kindheit, sondern durch den Erwerb ganz anderer Kompetenzen, die vorausgehen müssen. So sehr Waldorfpädagogik Wert darauf legt, in der Schule Medienkunde und Computerunterricht stattfinden zu lassen, so entschieden lehnt sie es ab, elektronische Medien im Kindergarten als pädagogisches Mittel einzusetzen – nicht aus Medienfeindlichkeit, sondern im Gegenteil um die spätere Medienkompetenz in bestmöglicher Weise Wirklichkeit werden zu lassen.

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